Bielefeld: Ein Klassiker, der Hermannslauf

Am Hermannsdenkmal in Detmold startet der 31 Kilometer lange Hermannslauf nach Bielefeld.

In Ostwestfalen-Lippe ist der Hermannslauf für viele Läufer ein Muss: Einmal im Leben, so heißt es, muss man die 31 Kilometer lange Strecke von Detmold bezwingen. Viele treten jedes Jahr bei der Kultveranstaltung an, die ehrenamtlich vom TSVE Bielefeld organisiert wird. Und der hat sich auf die Fahnen geschrieben, keine Antrittsgelder für auswärtige Profiläufer zu zahlen. So hat, bis auf eine Ausnahme, ein Lokalmatador stets das Rennen für sich entschieden.

Die Startplätze sind erfahrungsgemäß schnell vergeben. Mit Glück kann man aber am Rennwochenende vor dem Ratsgymnasium einen Startplatz ergattern. Denn immer wiederspringen angemeldete Läufer kurzfristig ab. Das Ummelden ist problemlos möglich.

Jedes Jahr glückt die logistische Herausforderung, ein Teilnehmerfeld von mehr als 7000 Läufern mit Bussen von Bielefeld aus zum Start nach Detmold zu bringen. Lange Wartezeiten entstehen dabei nicht: Ist ein Bus voll, setzt sich das Fahrzeug in Bewegung. Der Start erfolgt unterhalb des auf einem Berg gelegenen Hermannsdenkmals, dem Wahrzeichen des Teutoburger Waldes. So kommt es, dass es „nur“ 510 Meter aufwärts, aber insgesamt 710 Meter abwärts geht.

Die ersten drei Kilometer geht es steil nach unten. Mal fühlt sich gut und erreicht eine Geschwindigkeit, von der man weiß, dass man sie nicht lange durchhalten kann. Aber wo sind die Hügel? Nach Kilometer 3 erfolgt die erste kurze Anhöhe. Waldweg wechselt sich ab mit sandigen Passagen, die den Läufern je nach Wetterlage einiges abverlangen können. Schließlich mündet die Strecke auf der Straße zum Truppenübungsplatz Stapel. Links und rechts haben sich Zuschauer versammelt, um die Läufer anzugfeuern, denn kurz nach sieben Kilometern ist der Anstieg des großen Ehbergs zu bewältigen. Danach läuft man Richtung Augustdorfer Panzerstraße. Hinter der Stapelager Schlucht beginnt dann bereits bei etwa Kilometer 15 der Anstieg zum Tönsberg – immer wieder dem Hermannsweg entlang. Das weiße H auf schwarzem Grund, Wegweisung des Wanderweges, ist auch Symbol des Hermannslaufs.

Reizvoll ist die Strecke durch die kleine Stadt Oerlinghausen. Von der einen Seite des Tals nähern sich ie Läufen den Kopfsteinpflasterwegen, viele wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen.  Es folgen der Wanderweg in Lämershagen, die Überquerung der Autobahnbrücke sowie die Treppen von Lämershagen. Sie bleiben den Läufern lange in Erinnerung: Hier sind 120 Stufen und ca. 45 Höhenmeter zu bewältigen. Die Strecke verläuft von hier bis zum Funkturm „Eiserner Anton“ weiterhin ansteigend. Bis zur Überquerung der Osningstraße geht es wieder bergab. Nach dem letzten steilen Anstieg verläuft die Strecke in leichten Wellen Richtung Habichtshöhe zur Promenade. Dort befindet sich kurz vor der Sparrenburg, dem Wahrzeichen Bielefelds das Ziel, das die schnellsten Läufer in weniger als zwei Stunden erreichen.

Nicht nur die Anstiege haben es in sich. Wer seine Kräfte schonen möchte, sollte auf den ganz steilen Teilstücken gehen, um seine Kräfte zu schonen. Schließlich verliert man dabei nur wenige Sekunden und kann hinterher wieder Zeit gut machen, weil man nicht ganz aus der Puste ist. Auch die Strecke ist eine Herausforderung und Abwechslung zugleich: Sie verläuft abwechselnd über Waldboden, Sandwege, Beton sowie Asphalt und Kopfsteinpflaster.

Termin: Letzter Sonntag im April
Wettbewerbe: 31,1 Kilomer Hermannslauf und Wandern, 2,5 km „Mini-Hermann“ über die Bielefelder Promenade
Duschgelegenheit: Zelte hinter der Sparrenburg
Rahmenprogramm: Moderaton am Zieleinlauf
Besonderheit: Landschaftliche anspruchsvolle und schöne Strecke, Kult unter OWL-Läufern

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