Volksbank-Münster-Marathon: „Laufen aus Leidenschaft“

Symbolbild. "Münsters gute Stube", der Prinzipalmarkt, ist Ziel des Münster-Marathons.

Der Volksbank-Münster-Marathon zählt zu den größten Laufveranstaltungen in NRW. Das liegt unter anderem am besonderen Flair der Strecke: Viele Zuschauer säumen die Straße, Bands und andere Straßenkünstler heizen den Läufern kräftig ein. Der „MüMa“, wie er in Münster genannt wird, lockt aber besonders Staffelläufer: Vier Läufer können die Strecke gemeinsam unter die Füße nehmen. Unterwegs gibt es drei Wechselzonen. Erstmals 2018 sicherten Traktoren mit Anhänger die Laufstrecke an neuralgischen Punkten – wollten die Veranstalter doch sicher gehen, dass niemand auf dumme Gedanken kommt und mit einem Fahrzeug ins Teilnehmerfeld hineinfährt. Ein Gefühl der Sicherheit: Schade, dass man bei einer fröhlichen Veranstaltung an so etwas überhaupt denken muss.

Start ist am Schlossplatz. Unter dem Jubel der Zuschauer macht sich der Tross, unterteilt in vier Startblöcke, auf den Weg durch die Altstadt, das von Studenten beliebte Kreuzviertel, über die Promenade, dem äußeren grünen Gürtel Münsters, wo sich einst die Stadtmauer befand. Noch einmal macht der Kurs einen Schlenker durch die Geschäftsstraßen Münsters, das Ziel ist fast in Sichtweite. Allerdings sind erst zehn Kilometer geschafft. Kurz vor dem Aasee, dem innerstädtischen Naherholungsgebiet, befindet sich dann die erste Staffel-Wechselstelle.

Auf dem zweiten Viertel der Strecke dann geht es durch die Aaseestadt. Das Gewässer ist zwar nicht immer in Sichtweite, wird aber des Öfteren gestreift, unter anderem beim Überqueren der Torminbrücke, über die der vierspurige Innenstadtring führt. Noch einmal geht es durch den Grüngürtel um den Zentralfriedhof herum, dann nehmen die Läufer Kurs auf die Uni-Kliniken. Vorbei geht es am Campus von Uni und FH in Richtung Stadtteil Gievenbeck. Nach etwa 18 Kilometern ist das erste Mal freie Strecke erreicht. Die Zuschauer werden weniger, bei Kilometer 20 dann die erste Steigung: Die Überquerung der Bundesstraße 51, die nach Enschede und zur Autobahn 1 führt. Weiter geht es über die langgezogene alte B 51 in Richtung Stadtteil Nienberge. Spätestens jetzt, wenn die A 1 überquert ist, weiß man, dass man noch viel vor sich hat. Denn kurz dahinter befinden sich die Halbmarathonmarke und die zweite Staffelwechselstelle.

Dass die Münsteraner ordentlich Stimmung machen können, zeigt sich auch auf dem dritten Teil der Etappe. In Nienberge werden die Läufer von Cheerleadern erwartet, ein Moderator kündigt das Teilnehmerfeld an. Dann wird es allerdings etwas schmal und einsam. Die Strecke führt über Rad- und Wirtschaftswege am Haus Vögeding vorbei in Richtung Roxel, es riecht – je nach Wetterlage – nach frisch gemähtem Gras oder Landluft. Ab und an macht man sogar die Begegnung mit Reitern abseits der Strecke. Die 30-Kilometer-Marke befindet sich im Stadtteil Roxel. Auch dort wissen die Bewohner, wie man die Läufer anfeuert. Selbst wenn es beim Blick auf den Streckenplan den einen oder anderen an einer Stelle verlocken würde die Strecke um zwei Kilometer abzukürzen, man sollte es nicht: Erstens befindet sich unterwegs eine Zeiterfassung, zweitens würde man die Roxeler Stimmung schlicht verpassen. Schließlich geht es von Roxel hinaus in Richtung Innenstadt, was sich daran zeigt, dass die A 1 wieder überquert wird. Die dritte Staffel-Wechselstelle ist nicht zu übersehen.

Vorteil des vierten Teilstücks: Es geht erst einmal bergab. Läufer, die jetzt zu kämpfen haben, werden dadurch beflügelt. Manch einer würde allerdings am liebsten geradeaus den kürzesten Weg in Richtung Innenstadt nehmen, die Strecke allerdings zweigt noch mal vor der ehemaligen Kaserne links ab in Richtung Gievenbeck. Erst geht es über eine breite Straße mit mehreren Kreisverkehren, dann durch ein relativ neues Wohngebiet. Wer Gievenbeck wieder verlässt, weiß: Es sind noch etwa fünf Kilometer bis zum Ziel. Der Turm der Uni-Klinik kommt immer näher. Wer es bis hierher geschafft hat, schafft auch den Rest. Durch ein gut situiertes Wohnviertel und an Universitätsgebäuden vorbei geht es in Richtung Innenstadt: Kilometer 40 – noch wenige Minuten bis ins Ziel. Unterstützung kommt kurz danach von Kindern, die in Begleitung von Betreuern die letzten Meter bis ins Ziel zurücklegen dürfen. Auf den letzten zwei Kilometern wird man förmlich ins Ziel getragen, denn links und rechts stehen die Zuschauer dicht gedrängt. Schließlich wird der Läufer durch den Zieleinlauf durch den mit Fahnen geschmückten Prinzipalmarkt belohnt.

Termin: 20. September 2020
Wettbewerbe: Marathon, Staffel-Marathon, Kids-Run
Duschgelegenheit: Im Gymnasium Paulinum
Rahmenprogramm: Bands treten auf, Straßenkünstler prägen das Stadtbild
Besonderheit: Viele Zuschauer, besonders auf den ersten zehn und den letzten zwei Kilometern.

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