Laufen mit Kind: Prinzessin an Bord

Prinzessin im Laufwagen mit selbstgebastelter Krone

Ich bin ja so froh. Laufkollegen mit gleichalterigen Kindern beneiden mich um die Engelsgeduld meiner dreieinhalbjährigen Tochter. Dass sie immer noch so still im Wagen sitzt, während ich sie spazieren fahre… Schließlich schafft sie mit dem Laufrad auch ohne Papa-Antrieb schon fünf Kilometer allein. Das käme zwar einer Mischung aus Spazieren gehen und Walken mit ein paar kurzen Sprints gleich, aber egal: Hauptsache, sie bekommt schon früh Spaß an der Bewegung. Was ist dagegen schon Ponyreiten…

Damit auch Papa seinem Bewegungsdrang nachkommen kann, muss man den einen oder anderen Trick anwenden und sich auf gewisse Dinge einlassen. So wollte die Kleine schon nach dem Aufwachen eine Krone basteln, mit der ich sie stolz im Laufwagen durch die Straßen kutschiere. Gewünscht – getan: Im Keller ein paar Glitzersteine aus Plastik gesucht, die noch vom letzten Basteln übrig waren. Unter fachlicher Anleitung meiner Kleinen geschnippelt und geklebt. Am Frühstückstisch den ersten Hunger gestillt, zweimal Memory gespielt, dann Jacke an: los geht’s, Prinzessin.

Mindestens eine Stunde Bewegung sollten es sein. Dafür galt es für Papa, bestimmte Auflagen zu erfüllen:

  • Bedingung 1: Der Laufwagen wird zum Speisewagen deklariert, indem der Läufer stets die Trinkflasche reichen muss, während sie ihre Proviantdose auf dem Schoß leer knabbert.
  • Bedingung 2: Die Strecke führt an der Wiese mit der Ziege und den Hühnern vorbei.
  • Bedingung 3: An jedem Hochsitz, genannt Jägerhaus, wird angehalten. Warum steht der da? Die Jäger gehen dorthin, um die Tiere zu beobachten. Ja ne, ist klar…
  • Bedingung 4: Bei jeder Ente an einem Gewässer wird gewartet, bis nach dem Entenpapa auch eine Entenmama auftaucht.
  • Bedingung 5: Auf jedem Kilometer ist mindestens eine Warum-Frage zu beantworten.
  • Bedingung 6: Sie Streckenlänge und die Tatsache, ob wir links oder rechts abbiegen, bestimmt die Prinzessin mit der Krone. Ein Veto darf nur dann eingelegt werden, wenn die Gefahr besteht, dass das Ganze auf einen Marathon hinausläuft.

Was soll ich sagen? Es war ein toller Lauf. Die Kleine hatte ihren Spaß. Ich auch. Aus der Tour sind 90 Minuten Bewegung und fast 18 Kilometer geworden. Warum die Entenmama sich auf dem Teich nicht bewegt hat? Sie war aus Plastik. Warum? Das weiß ich auch nicht. Ich liebe sie, unsere Kleine, und sicherlich war es nicht unsere letzte gemeinsame Runde.

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