Wird es 2021 wieder Wettkämpfe geben?

Alles virtuell, oder was? Gibt es 2021 Wettkämpfe? Bild von composita auf Pixabay

Überrascht rief mich der Pressevertreter an. „Macht ihr im September nun doch euren Citylauf?“. Ich verneinte. Er hakte noch mal nach. „Aber das steht doch ganz dick auf Eurer Homepage.“ Habe ich etwa einen Fehler gemacht? Ich grübelte und verlangsamte mein Lauftempo, denn ich war gerade bi Kilometer 16 an meinem freien Tag. Am Ende stellte sich heraus, dass der Kollege den Termin für 2021 angeklickt hatte. Woraus sich ein interessanter Gedankenaustausch entwickelt hat. Die Frage: Werden die Wettkämpfe im kommenden Jahr stattfinden?

Wer diese Frage klar mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten möchte, müsste dafür schon tief in die Glaskugel schauen. So ein Lauf kostet Vorbereitung, das ist klar. Selbst ein kleiner Volkslauf ist nicht mal eben so zu stemmen, man denke nur an die vielen Streckenposten, die Verpflegung, die Einnahmen – ganz zu schweigen vom Hygienekonzept, das man sicherlich vorlegen muss. Stellt euch vor, man plant und plant, fiebert dem großen Tag entgegen – und dann kommt eine Woche vorher plötzlich ein neuer Corona-Schub, und alles war umsonst.

Auf der anderen Seite haben wir uns alle an die Regeln gewöhnt. Dass man beim Betreten der Halle eine Maske tragen muss, ist sprichwörtlich in Fleisch und Blut übergegangen, ebenso wie die Tatsache, dass man sie beim Laufen absetzen darf. Außer, man tritt als Freiwillige Feuerwehr beim Juxlauf mit und läuft mit Atemschutz. Dürfte man wahrescheinlich sogar bei mehr als 50 Fällen pro 100000 Einwohnern. Allerdings werden auch die Helfer an der Kuchentheke sowie an der Getränkeausgabe eine Maske tragen müssem. Dass man als Zuschauer Abstand halten muss, wird sich bis dato auch herumgesprochen haben. So Einzelkämpfer, wie sie Läufer nun einmal sind, werden sich schon nicht auf die Füße treten. Wo liegt also das Problem?

Das liegt eindeutig im Start- und Zielbereich. Bei einem kleinen Volkslauf wird es möglich sein, die Leute in Zehnerblöcken starten zu lassen. Stellen wir und das Ganze aber mal bei einem Großstadt-Marathon vor. Jeweils fünf nebeneienander dürfen die Matte überschreiten, mit 1,50 Meter Abstand folgen die nächsten. Eliud Kipchoge ist im Ziel, da ist die Hälfte noch nich mal losgelaufen… Hört sich lustig an, ist aber ziemlicher Ernst. Denn es müssten schon viele Auflagen fallen, damit ein großer Wettbewerb wieder statfinden kann. Wie werden die Veranstalter durch das kommende Jahr kommen? Unter der jetztigen Situation nicht. Bleibt vielleicht der eine oder andere kleine Volkslauf oder Berglauf, wo es kaum Zuschauer gibt. Aber die machen gerade das Flair aus.

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