Willkommen in der virtuellen Läuferwelt

Bild von Prawny auf Pixabay

Als Laufveranstalter hat man dieses Jahr mit den Tränen zu kämpfen. Unser schöner Volkslauf? Ist nicht. Abgesagt. Wie viele andere größere Veranstaltungen auch – der Grund ist bekannt. Bis zuletzt hat man noch gehofft, etwas auf die Beine stellen zu können. Am Ende kommt die Einsicht: Da wird wohl nichts draus. Zu groß sind die Mühen. Halbe Sachen zu machen wäre auch keine gute Alternative.

Was also machen? Weiterlaufen und Gutes tun. Mit der Teilnahme an einem virtuellen Lauf. Diese „Wettbewerbe“ schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Auch bei uns kann man sich trotzdem anmelden. Zwei Drittel der Einnahmen gehen an einen guten Zweck. Wir bleiben in Erinnerung, unser Hauptsponsor spendet ein paar Preise und Startplätze – ganz egal, ob man sich für den Fünfer oder den Ultra entscheidet, bei der man seine Spendensumme frei wählen kann. Das Beste: Man muss noch nicht mal laufen und bekommt eine Urkunde. Nicht mit einer (vielleicht peinlichen) Zeit, sondern mit der Spendensumme als Dank und Anerkennung. Und wer trotzdem für sich läuft – egal wo -, der kann auf Facebook und Instagram ein Bild von sich posten und gewinnen.

Wer hinter einer Startlinie steht, ahnt oft nicht, welche Kosten auch hinter einem kleinen Volksklauf stecken. Unserem Zeitnehmer geht es in diesem Jahr besonders schlecht. Schließlich leidet er besonders stark unter den Corona-Absagen. Also hoffen wir, dass nächstes Jahr ein Besseres wird. Neuen Bestzeiten können wir trotzdem hinterherjagen oder haben noch viel mehr Zeit zu trainieren.

Neulich im Urlaub, die Route führte durch einen kilometerlangen Wald zum Meer, keimte ein Fünkchen Hoffnung: Ein Laufveranstalter in unmittelbarer Nähe lud zu einem echten Wettkampf ein. Limit: 250 Personen, gestartet wurde in Zehnerblöcken mit Zwei-Minuten-Abstand. Stellen wir uns so etwas mal beim Berlin-Marathon vor. Der Begriff „Ultra“ bekäme ganz andere Dimensionen… Oder wir machen einen Masken-Lauf. Wäre mal ein erschwertes Intervalltraining, das sicherlich kein Teilnehmer so schnell vergessen würde.

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