Zeige mir Deine Startnummer, und ich sage Dir, wer Du bist

Bild von hbieser auf Pixabay

Meist sind sie gefürchtet: Läufer mit einstelligen Startnummern haben schließlich oft die Eigenschaft, vom Veranstalter als schneller Teilnehmer ganz vorne gelistet zu sein. Wer die Eins trägt, hat die Laufserie oft beim letzten Mal gewonnen. Bei großen Wettkämpfen gibt es nur noch eine Steigerung: Statt der Nummer ist der Vorname vorne aufgedruckt. Da weiß der Volksläufer: Den sehe ich während des Rennens sowieso nicht wieder – weder an der Startlinie noch bei der Siegerehrung, weil die schon läuft, während man sich gerade bei Kilometer 30 über die Kontrollmatte quält.

Einmal trug ich die Nummer 8. Das lag nicht an meiner Laufleistung, sondern schlicht daran, dass ich mich als Achter angemeldet hatte. Bemustert wurde ich trotzdem angesichts der einstelligen Zahl. Zwei Läufer steckten angesichts der Ziffer ihre Köpfe zusammen und fachsimpleten, wer ich denn wohl sein möge. Dabei war es doch nur die Lieblingszahl meiner Tochter. Ich fragte mich: Wie wäre es wohl, mit der Eins zu laufen, aber keine Nummer Eins zu sein? Oder gar als Letzter mit der Nummer Eins ins Ziel zu laufen? Wäre mal ein Versuch wert gewesen, hätte aber meinen Altersklassepokal deutlich gefährdet. Spannend wäre so ein Versuch trotzdem gewesen – selbstverständlich war er mit meinem sportlichen Ehrgeizt nicht in Einklang zu bringen gewesen.

Mein Favorit war jedoch die 2705 beim Münster-Marathon. Ganz durch Zufall hatte ich die Nummer bekommen, die exakt meinem Geburtsdatum entspricht. Ich fühlte mich fit und erkannte mich bei der Zahl wieder. Und man musste mich schon sehr genau kennen, um zu wissen, warum ausgerechnet diese Nummer zu mir passte.

Kürzlich habe ich ein anderes Experiment gewagt und startete mit der 4444. Ich wollte einfach wissen, wie die Zuschauer reagieren. Das Ergebnis: Manch einer schaute überhaupt nicht auf die Ziffernfolge, manch einer aber doch. „Guck mal da, Schnapszahl“ hörte ich gefühlt jeden Kilometer. Und was gab es im Zieleinlauf? Kein Schnaps, sondern Tee. Schade 🙂

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